12.12.05: Klassen 7 besichtigen Papierfabrik

Bei der Besichtigung der Fa. Drewsen führt uns Herr Kriegel mit dem Auszubildenden Jan-Hendrik zu verschiedenen Stationen:

1. Pforte

Wir werden begrüßt und erfahren Allgemeines über die Firma Drewsen. Die Papierfabrik besteht bereits seit 1538 und ist damit die älteste Deutschlands.

Anfangs wurde Papier aus Laken hergestellt.

Heute hat die Firma 430 Mitarbeiter, die rund um die Uhr das ganze Jahr arbeiten. 
Im Jahr werden um die 140.000 Tonnen Papier hergestellt. Es handelt sich um Spezialpapiere:

  • Sicherheitspapiere wie Briefmarken, Ausweise und Schecks,

  • Informationspapiere wie Lottoscheine und Digitaldruckpapiere,

  • technische Papiere wie Parkscheine und Schallplattenlabels sowie

  • Feinpapiere wie zum Beispiel Landkarten. 

Manche Papiere sind mit einem Wasserzeichen (SO) versehen. Das Papier kostet je nach Güte zwischen € 1 und 20€ je kg. Im Jahr verzeichnet die Firma einen Umsatz von € 160 Mio.

2. Zellstofflager 
Die Papiere der Fa. Drewsen werden aus Zellstoff hergestellt. Dieser wird größtenteils aus Eukalyptus gewonnen, der eigens dafür in Brasilien, Spanien und Portugal angebaut wird. Ein weiterer Teil des Zellstoffs wird in den USA und Kanada aus Sägewerkabfällen gewonnen. Auf dem Wasserweg gelangt der Zellstoff in Ballen verpackt bis zum Hafen Wittingen am Elbe-Seitenkanal. Von dort gelangt er in Lastkraftwagen nach Lachendorf.

Pro Tag werden etwa 300 t Zellstoff verbraucht. Etwa 2/3 davon sind zum Zeitpunkt der Besichtigung im Zellstofflager zu sehen. Altpapier kann bei der Herstellung der Spezialpapiere nicht verwendet werden.

Am Ende der Halle steht ein Spender mit Ohrstöpseln. Die meisten Schülerinnen und Schüler nehmen sich welche mit, da es nun sehr laut wird.

3. Pulper

Über ein Laufband gelangt der Zellstoff in den Pulper. Dort wird er mit Hilfe von Wasser aufgelöst. Am Boden des Pulpers befindet sich ein großes, rotierendes Messer, das aussieht wie eine Schiffschraube. Neben dem Pulper stehen Kreidesäcke (Calciumcarbonat), welche nach und nach hinzugefügt werden. 
Außerdem werden alle Papierabfälle, die bei der Produktion anfallen, hier dem Kreislauf wieder zugefügt.

4. Stoffzentrale

Als nächstes gelangt der aufgelöste Zellstoff in die Refiner. Die Refiner mahlen die Zellstofffasern. Danach wird der Stoff mit Farben, anderen Hilfsstoffen (Leim, Stärke) und Chemikalien (z.B. Aufheller) versetzt. Jedes Papier hat sein eigenes „Rezept“. Es ist sozusagen wie beim Kuchen backen: Wenn man etwas vergisst, ist der ganze Kuchen hin! Die Stoffzentrale sorgt dafür, dass alle Bestandteile der Rezeptur in den richtigen Mengen beigefügt werden.

5. Papiermaschinen
Von der Stoffzentrale aus können die Papiermaschinen gesehen werden. Die große Maschine macht 700m/ min, die kleine 360m/ min. 

Der fertige Stoff wird in die Maschinenbütte gepumpt. Von dort gelangt er über den Stoffumlauf auf das Sieb. Auf dem Sieb wird der Stoff entwässert. Über Pressen wird der Stoff auf Filzbändern zusammengepresst und dabei weiter entwässert. Da das Papier dann immer noch feucht ist, läuft es durch mehrere Trockengruppen. In den Trockengruppen läuft das Papier über mehrere Zylinder, die mit heißem Wasserdampf beheizt werden. Danach ist das Papier fertig und wird auf eine Tumba (große Trommel) aufgerollt.

Als wir an den Papiermaschinen vorbei gehen, wird es ziemlich laut und immer wieder zieht warme Luft an uns vorbei.

6. Prüflabor 

Im Labor wird das fertige Papier auf Reißfestigkeit, Sauberkeit, Dicke, Reibung, Farbe usw. geprüft. Papier, das zu Landkarten werden soll, wird auf Doppelfalzung geprüft. Diese Prüfung gibt Aufschluss darüber, wie oft man eine Karte knicken kann, bevor sie einreißt.

7. Packerei 

In der Packerei wird das fertige Papier verpackt. Ein Großteil des Papiers wird auf Rollen verkauft. Der Rest wird über den Querschneider zu Bogenware geschnitten. Die Kunden können dabei ihre gewünschte Größe anfordern.

Es fällt auf, dass hier mehr Frauen arbeiten als Männer, ganz im Gegensatz zur Produktion, wo wir außer an den Prüfstellen keine Frauen zu Gesicht bekommen. Laut Herrn Kriegel gibt es hier eine Veränderung in den letzten Jahren zu verzeichnen. Neuerdings lassen sich auch Mädchen im technischen Beruf des Papiermachers ausbilden.

8. Lager 

Hier wird das verpackte Papier gelagert, bis es „Just-in-time“ zum Kunden kommt. Das bedeutet, dass der Kunde das Papier genau dann bekommt, wenn er es benötigt, damit er nicht noch zusätzliche Lager braucht. Von hier wird das Papier in über 50 Länder weltweit exportiert.

Hier im Lager werden die Papierrollen meterhoch zu Säulen gestapelt. Manchen fällt es schwer zu glauben, dass man mit einem Gabelstapler die schweren Rollen, die bis zu 700kg wiegen können, in solch einer Höhe aufschichten kann, ohne dass etwas umfällt. Ein Mitarbeiter wird gerufen um unsere Zweifel zu zerstreuen. Tatsächlich schichtet der Stapler eine weitere Rolle auf eine hohe Säule, ohne dass etwas wackelt. Derart beeindruckt brechen wir auf zu unserer letzten Station.

9. Musterraum 

Im Musterraum werden Muster sämtlicher Papiere für die Kunden zur Demonstration bereit gehalten. Hier informiert sich der Kunde, wie er sein Spezialpapier haben möchte. 

Unsere Gruppe zieht sich hierher zurück um letzte Fragen zu klären und bekommt von Herrn Kriegel und Jan-Hendrik umfangreich Auskunft.

Außer uns über die Herstellung von Papier zu informieren, hatte uns die Fragestellung beschäftigt, ob die Firma Drewsen die Lachte durch Ableitung ihrer Abwässer verunreinigt.

Es wird uns versichert, dass das Wasser, bevor es abgeführt wird, durch eine chemisch-mechanische sowie eine biologische Kläranlage geht. Das Interesse der Firma, den Schadstoffgehalt so gering wie möglich zu halten, ist groß, da sich die Abwasserabgabe an das Land Niedersachsen nach der Güte des Wassers richtet. Überwacht wird das Ganze von den Messinstrumenten an den werkseigenen Kläranlagen sowie vom Wasserwerk Verden.

  

Uns hat die Führung gut gefallen und Spaß gemacht. Es war sehr interessant zu erfahren, wie Papier hergestellt wird.

Zusammengestellt aus Protokollen von Nico, Markus, Henrike, Rica, Jennifer, Julia, Artur (Klasse 7a)