17.05.2008: Sabbatgottesdienst

Wer hätte nicht auch Interesse, Menschen mit einem ganz anderen religiösen Hintergrund kennen zu lernen? Aber wie ist das, wenn man dafür einen Teil seiner Freizeit opfern soll? Immer noch interessiert? In diesem Jahr fand sich eine kleine Gruppe Freiwilliger aus den Klassen 10 a und 10b, die dieses Angebot nutzen wollten. Es sollte am Samstag, dem 17.05.08, nach Hannover zur jüdischen Gemeinde in die Haeckelstraße gehen. Bereits um 7.50 Uhr war Abfahrt von der Realschule, denn der Sabbatgottesdienst begann bereits um 9.00 Uhr.   (Ko)

     
Am 17.05.08 nahmen wir, Schüler und Schülerinnen der Klassen 10 a und 10b, freiwillig an einem Gottesdienst in einer Synagoge teil. Dafür fuhren wir nach Hannover. Die männlichen Personen unserer Gruppe mussten hierfür eine Kopfbedeckung tragen, z.B. eine Mütze. In der Synagoge saßen wir Mädchen bei den Frauen ein Stockwerk über den Männern, auf der Empore. Die Gebete, Gesänge etc. übernahmen die Männer, während die Frauen auf den Plätzen blieben. Am auffälligsten war ein Mann, wie ich später erfuhr, war das der Rabbiner, der die Gebete usw. leitete. Er war für den ganzen Gottesdienst zuständig, er holte auch die Thora aus dem Thoraschrein. Alle jüdischen Männer fassten die Umhüllung der Thora mit einem Zipfel ihres Gebetsschals an, den sie dann küssten. Zum Lesen des Thoratextes benutzten sie einen speziellen Lesestab. Anscheinend konnte man während des gesamten Gottesdienstes kommen, wann man wollte. Es erschienen nämlich immer wieder neue Personen. Außerdem wurde die ganze Zeit geredet, ohne dass jemand ermahnt wurde. Der Gottesdienst dauerte 2½ Stunden. Danach wurden wir zum Essen mit eingeladen. Es gab Salat, Fisch, Brot und Kuchen. Zum Trinken gab es Wasser und Alkoholisches. Während des ganzen Gottesdienstes waren die Außentüren verschlossen und ein Polizeiwagen stand vor der Synagoge, um Anschläge zu verhindern.   (NN)