Elterninfo Betriebspraktikum

Auf dem Weg zu einer fundierten, individuellen und zukunftsorientierten Berufswegplanung nimmt das Betriebspraktikum einen breiten und bedeutsamen Raum ein. Damit dieses Praktikum erfolgreich gestaltet und durchgeführt werden kann, gibt es einige Dinge zu beachten.

1. 

Welche Ziele hat das Betriebspraktikum?

Die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe sollen in dem von ihnen gewählten Berufsfeld Einblicke in betriebliche Abläufe erhalten. Sie sollen konkrete Arbeitserfahrungen machen, Unterrichtsinhalte der Fächer Wirtschaft und Politik im beruflichen Umfeld umsetzen und ergänzen sowie ihre Eignung für einen bestimmten Beruf kritisch überprüfen. Die Schülerinnen und Schüler sollen beispielhaft erkennen, welche fachlichen Kompetenzen und welche Schlüsselqualifikationen für die ausgewählten Aufgabenbereiche erforderlich sind. Leistungsbereitschaft, Selbstständigkeit und Zielorientierung sollen im Rahmen des Betriebspraktikums entscheidend gefördert werden. 

2. 

Wo können die Schülerinnen und Schüler das Praktikum durchführen?

Praktikumsplätze werden angeboten von einer Vielzahl von Betrieben und Einrichtungen aus den Bereichen Handel, Dienstleistungen, Industrie, Verwaltung und Soziales. Beachten Sie bitte, dass der Praktikumsbetrieb im Landkreis Celle angesiedelt und maximal 20 km von der Realschule entfernt sein soll. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um eine adäquate Betreuung der Schülerinnen und Schüler durch die Betreuungslehrkräfte zu gewährleisten. Sollte ein bestimmtes Berufsbild nicht durch einen Praktikumsplatz in der Nähe angeboten werden können (z.B. Schiffsbauer), so ist in Ausnahmefällen ein Praktikum auch in größerer Entfernung möglich. Bitte richten Sie in diesem Fall einen schriftlichen Antrag mit Darlegung der Gründe an die Schulleitung. Auf der Basis unserer Erfahrungen ist das Absolvieren des Praktikums beim Arbeitgeber eines Elternteils wenig geeignet, die Ziele des Praktikums erfolgreich zu realisieren. Zu Ihrer Unterstützung hält die Realschule Lachendorf für ihre Schülerinnen und Schüler eine umfangreiche Kartei von möglichen Praktikumsstellen bereit. Schon in der 8. Klasse wird im Rahmen von Projekttagen intensiv zum Thema Praktikum informiert, auf Bewerbungsverfahren vorbereitet und Kontakt zu Praktikumsbetrieben hergestellt. In der Regel finden die Schülerinnen und Schüler bis zum Beginn der 9. Klasse einen passenden Praktikumsplatz. Schüler, die bis zum Beginn des Praktikums noch ohne Zusage sind, bekommen von der Fachleitung „Wirtschaft“ einen Praktikumsplatz zugewiesen.

3. 

Wie sind Vorbereitung, Durchführung und Auswertung des Praktikums organisiert?

Aufbauend auf den Projekttagen der 8. Klassen wird zu Beginn des 9. Jahrgangs mit den Unterrichtsschwerpunkten „Berufskunde“, „Bewerbungstraining“ und „Planung des Betriebspraktikums“ intensiv auf das Praktikum vorbereitet.

Rechtzeitig vor Antritt des Praktikums erhalten die Schülerinnen und Schüler kostenlos eine Praktikumsmappe. Diese bietet für eine Vielzahl von Aufgabenfeldern wesentliche Grundinformationen sowie eine Strukturierung der schriftlichen Darstellung. Während des Praktikums werden die Schülerinnen und Schüler von ihrer Betreuungslehrkraft besucht (i.d.R. zweimal). Diese macht sich einen Eindruck von Ablauf, Umsetzung und Rahmenbedingungen des Praktikums, klärt offene Fragen und ist Ansprechpartner für alle Probleme und Wünsche. Bitte kontaktieren Sie die Betreuungslehrkräfte umgehend, sobald im Verlauf des Praktikums Schwierigkeiten auftauchen. Nach einer telefonischen Information (Schule oder privat) lassen sich viele Dinge kurzfristig und erfolgreich regeln.

Nach Abschluss des Betriebspraktikums arbeiten die Schülerinnen und Schüler an ihren Praktikumsmappen. Diese soll hohen formalen und inhaltlichen Ansprüchen genügen, den Einsatz im Betrieb aussagekräftig dokumentieren und mittels geeigneter Unterlagen belegen. Von großer Bedeutung ist die Reflexion, in der die Schülerin, der Schüler den Verlauf des Praktikums, den eigenen Einsatz und die gewonnenen Erkenntnisse bewertet. Die Praktikumsmappe wird benotet.

4. 

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten für das Betriebspraktikum?

  • Alle Schüler einer Jahrgangsstufe leisten das Schülerbetriebspraktikum gleichzeitig ab, die Teilnahme ist verpflichtend.

  • Betriebspraktika sind Schulveranstaltungen und werden unter berufsorientierenden, fachlichen und sozialen Aspekten durchgeführt. Sie umfassen in der Regel 10 Arbeitsstage. 

  • Für die Regelung der Beförderungskosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln holen sich die Schülerinnen und Schüler in den Wochen vor dem Praktikum eine Berechtigungskarte beim regionalen Beförderungsunternehmen (z.B. Cebus). Nach dem Praktikum kann mittels eines Formblattes die Kostenerstattung beim Landkreis beantragt werden. (Dazu die Belege, Wochenkarten etc. bitte aufheben!)

  • Für Praktika in den Bereichen Lebensmittel und Hygiene muss vor dem Praktikum eine Belehrung durch das Gesundheitsamt Celle durchgeführt werden. Hierum müssen sich die Eltern der Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich kümmern. 

  • Die Schülerinnen und Schüler werden zu Beginn des Praktikums mit den Unfallverhütungsvorschriften vertraut gemacht. Während des Praktikums richten sie sich nach den Anweisungen des Praktikumbetreuers im Betrieb. 

  • Im Krankheitsfall sind Schule, Betrieb und Betreuungslehrkraft zu benachrichtigen (wenn möglich am Abend vorher).

  • Über die gewonnenen Einsichten fertigen die Schülerinnen und Schüler einen Praktikumsbericht an. 

  • Das Praktikum dient in keinem Fall der Vermittlung von Ausbildungsplätzen, eine Vergütung ist nicht vorgesehen.

  • Für die Dauer des Praktikums unterliegen die Schülerinnen und Schüler wie beim Schulbesuch der gesetzlichen Unfallversicherung.

5. 

Nun noch einige Hinweise:

  • Das Betriebspraktikum ist keine lästige Pflicht! Es soll informativ, herausfordernd, erhellend und ergiebig sein und den Blick der Jugendlichen auf ihre Zukunft schärfen.

  • Zusätzlich zum von der Schule organisierten Praktikum bieten sich freiwillige Praktika in den Ferien für einen Einblick in einen Berufsbereich an. Eigeninitiative ist eine wesentliche Voraussetzung für das Erlangen eines Ausbildungsplatzes.

  • Die Schülerinnen und Schüler vertreten die Realschule Lachendorf in den Praktikumsbetrieben. Unangemessenes Verhalten kann zur Folge haben, dass ein attraktiver und engagierter Betrieb in den Folgejahren keinen Praktikumsplatz mehr zur Verfügung stellt.

  • Angemessenes Verhalten heißt: freundlich, höflich, motiviert, interessiert, selbstständig (aber nicht eigenmächtig), pünktlich, passend gekleidet (in der Bank anders als in der Fahrradwerkstatt), fleißig, anpassungsfähig, offen und vor allem: mit Freude bei der Sache!

Bitte wenden Sie sich mit allen Fragen an uns, wir wollen Sie tatkräftig bei der Suche und Vororganisation des Praktikums für Ihre Tochter, für Ihren Sohn unterstützen.