26.05.2018: Kunst im Tunnel

Am Samstag, 26.05.2018 wurde der neu gestaltete Tunnel des Bahnhofs in Eschede feierlich eingeweiht. Die Bigband der Oberschule Lachendorf sorgte für den musikalischen Rahmen. 

Nach den Reden der Ortsbürgermeisterin Stephanie Bölke und der Metronomvertretung sprachen die Künstler des Projekts.

Rede von Torsten Löschmann:

"Friedensreich Hundertwasser soll einmal gesagt haben, dass Kunst die Brücke zwischen Mensch und Natur sei und nicht die Brücke zwischen Mensch und Mensch.

Im Bezug auf die Kunstwerke im Tunnel des Bahnhofs Eschede möchte ich dem berühmten österreichischen Künstler widersprechen. Kunst kann sehr wohl eine Brücke zwischen Menschen sein. Sie regt an, miteinander ins Gespräch zu kommen, Menschen verschiedener Nationen zu verbinden und Vorurteile zu überwinden.
Auch wir sind ins Gespräch gekommen, als wir dieses Projekt planten. Wir haben uns die Frage gestellt, welche Bauwerke und Landschaften in Deutschland und auf der Welt von uns dargestellt werden sollten. Nachdem dann die Entwürfe angefertigt waren, begann eine produktive Phase, die im alltäglichen Kunstunterricht so überhaupt nicht denkbar wäre. Nur in einem solchen Projekt ist es möglich, sich ausreichend Zeit für kreatives Tun zu nehmen. Im hektischen 45 Minuten-Rhythmus fällt das enorm schwer.
Herausgekommen sind acht Blicke in Zugabteile und aus Zugabteilen hinaus in die Welt. Wir sehen Menschen verschiedener Herkunft und unterschiedlichen Alters, so wie sie uns tagtäglich im Zug begegnen könnten.
Ich bin sehr stolz auf das, was meine Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 8.4 hier gemalt haben. Diese 15 Jugendlichen haben gezeigt, dass der Schulzweig beim kreativen Tun völlig unbedeutend ist. Wichtig ist, dass man motiviert arbeitet und als Team funktioniert. Und das ist fantastisch gelungen!
Paul Klee sagte, dass Kunst nicht das Sichtbare wiedergebe, sondern sichtbar mache. Darum hoffe ich, dass unsere Werke Menschen dazu einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen über das, was für sie sichtbar wird auf den Platten, was sie also in den Bildern sehen. Wir freuen uns Teil dieses Kunstprojekts gewesen zu sein und hoffen, dass unsere Werke Brücken zwischen Menschen sein werden."

Im März 2018 waren von der Klasse 8.4 Platten für die Unterführung des Escheder Bahnhofs gestaltet worden. Der Klassenlehrer hatte sich für dieses Projekt beworben, um mit der Klasse etwas umzusetzen, was öffentlich zu sehen ist und worauf die Schülerinnen und Schüler stolz sein können. Nach einem Planungstreffen mit den Verantwortlichen aus Eschede war sich auf gestalterische Ideen geeinigt worden, diese wurden dann der Klasse vorgestellt. Thema des Ganzen war „Sehenswürdigkeiten der Welt“.

Im Klassenverband wurden mögliche Motive gesammelt, diskutiert und abgestimmt. Es wurden Entwürfe angefertigt. Zu zweit übertrugen die Schülerinnen und Schüler diese dann auf Platten und gestalteten sie mit Acrylfarben. 
In der Bahnhofsunterführung wurde das Bild eines Zugs an die Wand gemalt, die Platten werden dann dort angebracht, so dass diese wie Zugfenster wirken.